Sonntag, 16. Januar 2011

Bali


Bali war bis auf wenige Tage eher enttäuschend. Eigentlich ist Bali landschaftlich eine schöne Insel, aber überall wird gebaut, Straßen und Hotels um auch das letzte Fleckchen touristisch zu erschließen. Dabei gibt es nur einen einzigen, wirklich guten Strand. Der ist bei Kuta aber total überlaufen. Halli-Galli, Schicki-Micki und Saufen bis zum umfallen.
Die anderen Strände sind meist klein, oft sehr abgelegen oder schmutzig. Wir waren in 6 Hotels in 5 verschiedenen Orten, aber außer in Ubud im Landesinneren, hat es uns nirgendwo richtig gut gefallen. Dazu kam das sehr schwül-heiße Klima mit zum Teil ausgedehnten Regenfällen. Außerdem Krankheiten mit den Highlights Windpocken bei mir und eine Mittelohrentzündung bei John. Die einzigen erwähnenswerten Sachen sind der Monkey Forest, ein balinesischer Tanzabend und der Besuch eines Tempels mit Fledermaushöhle.




Auf der anderen Seite nervten die Taxifahrer und Straßenhändler. Man konnte keine 5 Minuten auf der Straße gehen, ohne angequatscht zu werden. Sei es für Güter oder Transporte zu weit überhöhten Preisen. Wir waren einfach nur froh, als wir Bai verlassen konnten.

Rotorua - Melbourne

Spät in der Nacht erreichen wir Opotiki und bekommen das letzte Zimmer im einzigen Backpacker, dass noch aufhat. Wir machen uns noch kurz mit den - größtenteils deutschen- Gästen bekannt, die betrunken um den Küchentisch sitzen und hauen uns dann aufs Ohr. Am nächsten Morgen wachen wir allerdings eher unausgeruht auf. Das Zimmer hat nur ein Doppelbett und statt einer Matratze einen Futon. Man liegt also sehr hart. Was der Grund für ordentliche Kopfschmerzen und nach der zweiten Nacht auch für unsere Abfahrt ist. Schade eigentlich, wo das kleine Haus so schön heimelig ist.
Für Rotorua, die nächste Station auf der Route, haben wir aber auch schon eine Empfehlung. Julia, die Lehrering aus der Pfalz, hat uns das “Funky Green Voyager” empfohlen, was wir uns natürlich zu Herzen nehmen. Dummerweise ist es ausgebucht, genau wie die nächste Adresse. Aber aller guten Dinge sind ja drei und so werden wir fündig bei dem Backpacker mit dem interessanten Namen “Crash Palace”. Mit durchgedrehtem Adel hat es zwar weniger zu tun, dennoch ist es ein echter Glücksgriff. Es ist sauber, was uns vor allem bei der Küche freut, zentral gelegen und vor allem Melissa, eine Maori und zuständig für so ziemlich alles sorgt dafür, dass wir hier eine tolle Zeit haben.
Gleich am ersten Abend werde ich von ihr zum Baden eingeladen in den hot and cold river. Und wie man dem entnehmen kann, ist das kein normaler Fluss. Rotorua ist bekannt für die heißen Quellen, sehr angenehm in den kalten Jahreszeiten und nach Schwefel stinkend, das ganze Jahr über. Ein ganzer Pulk macht sich also nachts auf und steigt bei Mondschein in einen abgelegenen, miefenden Fluss. Und es war toll! Ganz unterschiedliche Temperaturen von furchtbar kalt bis unerträglich heiß, je nachdem wo man sich gerade aufhält. Ein paar Leute haben sogar Teelichter mitgebracht. Ich bin so begeistert, dass ich meine Mum nötige beim nächsten Mal mitzukommen.
Das Rotorua Museum



Weitere Sehenswürdigkeiten, die man in Rotorua mitnehmen kann sind der Lake Whakarewa, in dem man bei gutem Wetter und geringem Kälteempfinden baden kann, das Rotorua Museum, welches Ursprünglich ein Kurhaus gewesen ist, in dem die heißen Quellen genutzt wurden um diverse Leiden zu mindern und das Maori Village Parekohuru, wo wir Melissas Onkel besuchen konnten (plus Geysir).



Kurzum, es gibt viel zu sehen und uns fiel der Abschied wieder mal sehr schwer. Nach einer guten Woche müssen wir allerdings auch weiter nach Auckland um unseren Flug zu bekommen. Dort verbringen wir nur eine Nacht, weswegen wir wenig über die Finanzhauptstadt sagen können. Möchte man den Gerüchten glauben, ist die Stadt aber sowieso vergleichsweise uninteressant.
Wir freuen uns also auf Melbourne und als wir nach 3 Stunden wieder im Central Business District ankommen, ist es als wäre man wieder zu Hause. Leichte Nostalgie macht sich breit, vor allem weil wir wieder mal unser Gepäck ewig eine Straße entlang schleppen dürfen. Dann noch eine kurze Tramfahrt und schon treffen wir uns wieder mit Sophie.
Die wohnt mittlerweile mit einem Freund von Natasha zusammen, während sie sich nach einer neuen Wohnung umschaut. Sam hat ein Haus in Brunswick und wer auf, alte Häuser mit Charme steht, der ist hier genau richtig. Um es mit Sophies Worten zu sagen “It’s an instant good house”.
Wir bleiben über Nacht und müssen am nächsten Tag gleich früh raus.
Bali wartet.