Montag, 28. Februar 2011

Polonnaruwa - Kandy

Nachdem der erste Tag ganz gut geschlaucht hatte, sind wir am zweiten umso glücklicher, dass Polonnaruwa fast gänzlich ohne Stufen auskommt. Das wurde dem Architekten allerdings nicht gedankt. Erst wurde es mehrmals zwischen 1214 und 1284 von indische Invasoren und 1982 auch noch von Duran Duran für den Videodreh zu “Save a Prayer” heimgesucht.



“Polonnaruwa ist eine Stadt in der Nördlichen Zentralprovinz Sri Lankas. Seit 1982 ist der gleichnamige hervorragend gestaltete archäologische Park ein UNESCO-Weltkulturerbe. Überreste von großen Stupas (singhalesisch „Dagoba“) und Tempeln mit zahlreichen Buddhafiguren sowie von Garten-, Park- und Palastanlagen und diversen Gebäuden einer ausgedehnten Stadt machen die Anlage zu einem Hauptanziehungspunkt des Tourismus. Die heute noch bestehende Kleinstadt hat etwa 13.000 Einwohner (Stand 1981) und ist Hauptort des Verwaltungsdistrikts Polonnaruwa.”
Diesen Abschnitt habe ich ohne bewusst täuschen zu wollen, nicht mit den dazugehörigen Quellen zitiert. Falls das nicht bemerkt wurde, habe ich die Zeilen natürlich selbst verfasst. Alles andere wäre ja abstrus.




Also viele eindrucksvolle, alte Gebäude und außerdem:
Vishnus Penis!
Kein Witz. Solche Penisse aus Stein findet man in vielen hinduistischen Tempeln und sind fester Bestandteil einer Fruchtbarkeitszeremonie. Während dieser wird Milch auf den Stein gegossen und nachdem sie runtergeflossen ist von Frauen getrunken, die gerne schwanger werden möchten. Na wenns denn hilft.

Übernachtet wird in Kandy, wo wir am nächsten Tag in den botanischen Garten gehen und den "Temple of the Sacred Tooth Relic" besichtigen. Es handelt sich dabei um einen Tempel, der gebaut wurde um einen Zahn von Buddha zu behüten. Als Buddha zu seiner Zeit eingeäschert wurde, rettete ein Mönch einen Zahn aus dem Feuer. Der wurde über kurz oder lang nach Sri Lanka gebracht, wo er als heiliges Relikt verehrt wird. Sehen kann man den nicht, nur zu ganz besonderen Anlässen. In der Zwischenzeit wird er dann gut verriegelt hinter dieser Tür aufbewahrt.
Wirklich traurig bin ich aber auch nicht. Tausende Jahre ohne Aronal und Elmex. Das will man doch nicht sehen. Ich musste unwillkürlich an Mao denken, der sich Zeit seines Lebens nicht die Zähne geputzt, sondern sie nur mitgrünem Tee gespült hat, was zur Folge hatte, dass sie im hohen Alter grün waren. Wie bin ich jetzt darauf gekommen? Ach ja. Gesehen haben wir ihn jedenfalls nicht. Dafür gab es diesen (leider etwas unscharfen) Skorpion im botanischen Garten. Ist doch auch was.
Für die Leute, die sich jetzt fragen “das wars schon?” Keine Panik. Der botanische Garten ist das persönliche Steckenpferd von meiner Mutter, weswegen wir beschlossen haben später ein zweites Mal hinzugehen und dann alle Fotos zu schießen. Wir lassen es erstmal gut sein und besichtigen am nächsten Tag eine Teefabrik (was nicht unheimlich spannend war), einen Spice Garden (was unverschämt teuer war) und fahren von da aus nach Nuwara Eliah. Das ist der Lieblingsrückzugsplatz der Briten gewesen, wenn im Sommer die Temperaturen an der Küste unerträglich wurden. Da es hoch in den Bergen liegt ist es merklich kühler. Eigentlich ist nach Nuwara Eliah der Adam’s Peak geplant, ein hoher Berg und eine Pilgerstätte für Gläubige mehrerer Religionen. Für Touristen ist er deswegen attraktiv, weil man von ihm aus einen spektakulären Sonnenaufgang beobachten kann. Man macht sich in der Nacht auf den Weg und kommt frühmorgens auf dem Gipfel an. Unglücklicherweise macht uns meine geprellte Rippe einen Strich durch die Rechnung. Sie tut ziemlich weh, weswegen ich auch kaum schlafen konnte. Adam’s Peak wird daher abgeblasen und wir machen uns wieder auf gen Kandy, wo wir die nächsten Tage verbringen und natürlich auch noch mal den botanischen Garten mitnehmen.
Am Tag vorher besuchen wir noch das Kloster von Kandy, fernab vom Touristentrubel. Man bezahlt keinen Eintritt und wird nicht von Händlern bedrängt, wie es bei jeder anderen Attraktion der Fall ist. Man geht durch und kann sich alles anschauen. Zu unserem Glück wurden wir kurz nachdem wir angekommen sind von einem älteren Herrn angesprochen, der uns freundlich erklärt, er könne uns rumführen und uns alles erklären. Unheimlich angenehm und ruhig.

Samstag, 26. Februar 2011

Dambulla und Sigiriya

Die nächsten Tage verbringe ich mit dem Versuch mich auf ein Brett im Meer zu stellen und nicht zu viel Salzwasser in die Nase zu bekommen. Surfen macht spaß, auch wenn ich mir eine Schürfwunde und eine geprellte Rippe einfange. Na aber sonst wär’s ja auch langweilig. Und dann geht es auch schon los auf unsere erste Tour. Früh morgens um 6 Uhr werden wir von Aruna und seinem Freund und Fahrer Dilan abgeholt. Gefrühstückt wird unterwegs, Tee und verschiedene Backwaren. Vor allem die Waddis erinnern Mum an ihren ersten Trip durch Sri Lanka. Damals hat sie mit Manuela häufiger Waddis gekauft, die aussehen wie Frikadellen aber aus Dahl (Linsen) gemacht sind, da sie praktisch mitzunehmen und ein paar Tage haltbar sind.
Frisch gestärkt fühlen wir uns wieder wohl, ach was sag ich allem gewachsen. Dann kommen wir nach Dambulla und der Tempel ist nicht mal zu sehen, weil er sich am ende so vieler Treppen versteckt. Na gut, das kriegen wir auch hin. Was? Wieso barfuss?  Gut, wir lassen artig unsere Schuhe im Auto. Ist ja ein heiliger Ort, sehen wir ein. Blöd daran ist, dass es teilweise gar keine Stufen gibt, sondern einfach nur Betonflecken, ob für besseren Halt, keine Ahnung. Jedenfalls ist es nass und dadurch so rutschig, dass Mum sich auch prompt hinlegt. Dank Aruna, der ihr rechtzeitig unter die Arme greift, passiert ihr aber zum Glück nichts. Ab dem Zeitpunkt fällt mir auf, dass wir so ziemlich die einzigen sind, die keine Schuhe tragen. Aber zurückgehen macht auch keinen Sinn mehr. Wir kämpfen uns hoch und sorgen zu dritt dafür, dass sich Mum wie eine 80jährige fühlt. Da muss sie jetzt durch, ob sie nun eingehakt hochspazieren will oder nicht.
Oben angekommen erwarten uns 4 Höhlen, die in unterschiedlichen Epochen angelegt wurden. Sie enthalten diverse sitzende und liegende Buddhastatuen, sowie Decken- und Wandmalereien. Sehr eindrucksvoll.

Danach fahren wir nach Sigiriya, was ich definitiv zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten zähle. Sigiriya ist vom Prinzip her der Ayer’s Rock Sri Lankas und wurde um 500 n.Chr. als riesige Felsenfestung genutzt. Hier hat ein König (dessen Namen mir entfallen ist) mit seinem Harem von 500 (!) Frauen, sowie Soldaten und einer Schar von Dienern gelebt. Aufgeteilt war die Festung in Sommer- und Winterpalast. Der Sommerpalast erstreckte sich als weitläufige Gartenlandschaft um den Felsen mit diversen Pools und sogar Wasserfontänen. Der Winterpalast hingegen liegt auf dem Gipfel. Und da der König nicht klettern wollte, wurde er in einer Sänfte hochgetragen.

Da das mittlerweile aus der Mode ist und sie vor 28 schon zur Hälfte oben war, streikt Mum an dieser Stelle und ich darf mich alleine mit Aruna aufmachen die Feste zu erklimmen. 1500 Stufen, na dann mal los! Auf gut der Hälfte kommt auch schon der erste Grund, warum man sich Sigiriya nicht entgehen lassen sollte: ein 1500 Jahre (japp hier wiederholt sich schon wieder eine Zahl) altes Fresko von zugegeben ziemlich stoned dreinblickenden, barbusigen Damen in den Wolken. Letztes ist hierbei namengebend, es handelt sich um die Wolkenmädchen. In jedem gut sortierten Postkartenladen ein muss. 
Nach der nächsten Treppe kommt man dann zum Plateau des “Lion Gate”, das, wie auf diesem Foto zu erkennen, früher mal aus einem riesigen Löwenkopf bestand, jedoch mittlerweile wegen mangelnder Restaurierung nur noch die Pfoten an den Seiten zu bieten hat. 
Wer hindurchtritt hat nur noch eine steile Treppe vor sich und ist prompt auf dem Gipfel. Hier gibt es noch die Grundfeste eines ehemals mächtigen Palasts, große Pools (was man halt braucht auf so einem Felsen), und zwei Hunde, die hier friedlich in der Sonne dösen. Verschwitzt gucke ich mir die grobe Treppe an. Dann die Hunde. Also mir persönlich wäre das für einen kühlen Schlafplatz zu viel Arbeit. Na gut, der Aussicht wegen vielleicht. Ich bin jedenfalls froh es gepackt zu haben.
 
 

Mittwoch, 23. Februar 2011

Sri Lanka

Endlich! Mit 10 Tagen Verspätung sind wir auf der Träne Indiens angekommen. Wir schnappen unser Gepäck, wechseln etwas Geld und versuchen ein Taxi zu organisieren. Unser Ziel ist Hikkaduwa was an der südlichen Küste liegt und den touristischen Sammelpunkt von Sri Lanka darstellt. Diesmal haben wir sogar Glück. Der Fahrer spricht zwar kaum Englisch (kennt man ja), ist aber freundlich und gibt sich große Mühe. Außerdem können wir das Taxi teilen. Am Flughafen von Bangkok hat meine Mum zwei Deutsche aufgegabelt, die nach Induruwa wollen. Da fände eine Hochzeit statt und es läge ja auf dem Weg. Na von uns aus.
Es geht also durch die Nacht gen Süden. Von der Fahrt bekomme ich aber eher wenig mit, da ich immer wieder einnicke. Als wir schließlich ankommen sind wir zu kaputt, um weiter nach Hikkaduwa zu fahren. Wir bleiben also in Induruwa und sind gespannt auf den nächsten Morgen, schließlich sieht bei Licht alles gleich ganz anders aus.

Und tatsächlich. Am nächsten Tagen entdecken wir von unserem Fenster aus einen Strand, den wir uns schon von Bali erhofft hatten. Wir gehen frühstücken und beschließen als wir uns so umschauen, dass es zwar nett ist, wir aber trotzdem versuchen wollen nach Hikkaduwa zu kommen. Wir packen also wieder und versuchen einen Bus-Stopp zu finden. Als wir einen entdecken stellt sich allerdings heraus, dass man mit so viel Gepäck nicht mitgenommen wird. Tja, das ist Pech. Also viel Geld für ein Taxi bezahlen? Wir werfen einen skeptischen Blick auf die vorbeikommenden Tuk-Tuks, die hier Three-Wheel genannt werden. Da kriegen wir ja nie alles rein. Kurze Zeit später spricht uns allerdings ein Three-Wheel-Fahrer an und unterbreitet uns sein Angebot. Der Preis ist gerade nach ok. Wir machen den Deal, wenn er uns und unser gesamtes Gepäck mitbekommt, nehmen wir an. Und was soll man sagen, es hat gepasst. Gitarrenkoffer noch zwischen die Beine und wir sind unterwegs.
Nach einer Weile fragt uns der Fahrer, ob wir Interesse daran hätten Schildkröten zu sehen. Wir schauen uns an, klar! Nach 5 Minuten fahren wir rechts von der Straße ab und bekommen nachdem wir 1000 Rps Eintritt bezahlt haben diese schönen Tiere zu sehen.

ein Albinoweibchen
Wenn man bedenkt, dass sie die Tiere nicht nur vorzeigen, sondern auch aktiv daran beteiligt sind die Bestände aufzupäppeln, war es den Eintritt auf jeden Fall wert.



Kurze Zeit später sind wir in Hikkaduwa und finden nach langem hin und her ein Hotel. Der Fahrer, der sich mit seiner Visitenkarte als Aruna ausweißt, bietet sich daraufhin als Tourguide an. Wir überlegen es uns, da wir in der Tat schon mit dem Gedanken gespielt hatten mithilfe von mindestens einer Tour die Sehenswürdigkeiten abzuwickeln. Im Hinterkopf haben wir noch Ari. Ari ist der Tourguide, den wir vor 13 Jahren in Hikkaduwa engagiert hatten um uns die Insel zu zeigen und der seine Sache sehr gut gemacht hat. Und schon aus nostalgischen Gründen wäre es ja schön ihn wiederzufinden. Hinter der Sache steht natürlich ein großes Fragezeichen, da genau über Hikkaduwa der Tsunami von 2004 hereingebrochen war. Wir verbleiben also bei einem vielleicht, zumal Aruna auch noch mit einem Freund Rücksprache halten will.
Am nächsten Tag erkunden wir erstmal den lange erhofften Strand und sind begeistert. Sauber, wenig Touristen und mehrere Surfer. Entsprechend viele Surfschulen gibt es hier und an einer werden wir schließlich angesprochen. Da ich ja bis jetzt entweder zu wenig Zeit oder nicht den passenden Strand hatte bin ich durchaus interessiert es hier auszuprobieren. Der Preis stimmt und wir machen für den nächsten Morgen einen Termin aus. Gerade als wir weiterwollen fällt Heike aber noch was ein. Ob er zufällig einen Mann namens Ari kennen würde, der in der Tourismusbranche arbeitet. Und in der Tat den kennt er. Momentan sei er zwar nicht hier, aber wenn er ihm über den Weg liefe, könne er ihm Grüße ausrichten. Wir bedanken uns herzlich und ziehen weiter auf unserem Erkundungstrip.
Auf unserem Rückweg kommt uns dann ein kleiner, dicker Mann mit strahlendem Lächeln entgegen und hält uns die Hand hin. Es ist Ari. Er hat gehört, dass wir ihn suchen und hat uns schon erwartet. Ein wenig erinnert er sich sogar noch an uns, als wir ihm auf die Sprünge helfen und Geschäftsmann der er ist betont er auch, wie viel Spaß es ihm gemacht hatte und ob wir denn wieder eine Tour durch Sri Lanka machen wollen würden. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir allerdings Aruna schon unser ok gegeben. Aber nach der ersten würden wir eventuell noch eine mit ihm machen. Wir werden sehen.

ein Tempel bei Hikkaduwa

Donnerstag, 10. Februar 2011

Thailand

Frisch in Bangkok haben wir gleich das Glück uns wieder mit einem Taxifahrer anlegen zu können. Unser Ziel ist das Malaysia in der Nähe vom Lumpini-Park, das wir erst auf Umwegen erreichen. Das der Fahrer nur nach Gutdünken versteht, was wir von ihm wollen wundert uns dank des eingeschalteten Taxameters wenig. Aber immerhin kommen wir an. Der Empfang ist freundlich und das Zimmer ist gut. Und wenn man sich ein wenig umschaut erkennt man auch gleich, wofür das Hotel bekannt ist: Schwule. Im Reiseführer groß erwähnt und vor Ort tatsächlich markant. Vor allem am Pool setzt sich der männliche Gast in kurzem Höschen in Pose. Der wurde auch gleich Tuntentoaster getauft. Gegen Sarkasmus sind wir nun mal nicht gefeit.
Am nächsten Tag kaufen wir uns Karten für die Metro und den Skytrain und fahren ins Zentrum. Hier gibt es diverse große Einkaufszentren nebeneinander. Wir gehen ins erstbeste, das Siam Paragon.
Neben Brot und Käse (Toast und Ei hatten wir endgültig satt) haben wir uns in der Buchhandlung Nancy Chandlers Bangkok Map besorgt. Die wurde im Reiseführer empfohlen, ist kunterbunt und enthält allerlei Wissenswertes. Im Untergeschoss vom Einkaufszentrum befindet sich übrigens Ocean World, wo man neben echten Tieren auch noch diese putzigen Gestalten rumlaufen und tanzen sieht.
Wir hatten jedenfalls keine Skrupel danach im Fuji rohen Fisch zu bestellen.

Am nächsten Tag wollen wir zur Botschaft von Sri Lanka. Da es in Wellington keine gab müssen wir nun hier unser Visum beantragen, damit wir überhaupt so lange in Sri Lanka bleiben können wie wir es geplant hatten.  Das Glück ist uns hold, denn wir treffen eine Viertelstunde vor Feierabend ein, der um 12 Uhr mittags beginnt. Hinzu kommt, dass wir den Botschafter höchst persönlich kennenlernen. Der erzählt uns, dass er schon häufiger in Deutschland gewesen ist, hauptsächlich Berlin und gibt uns noch ein paar Empfehlungen für seine Heimatinsel mit auf den Weg. Währenddessen werden unsere Visa ausgestellt und nach einer Stunde können wir damit die Botschaft verlassen.
Dann probieren wir das Taxi anderer Art. Mithilfe vom Wassertaxi fahren wir nach Banglampoo, was im Westen von Bangkok liegt. Hier gibt es laut Nancy Chandler einen Hippiemarkt, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Bei genauerer Betrachtung sind die wirklich individuellen Angebote allerdings in der Unterzahl. Auch hier herrscht wie auf jedem anderen Markt der Einheitsbrei.
Wir entschließen uns nach China Town zu fahren, wo wir später mit Faiz verabredet sind. Faiz kenne ich über Mint, die mal als Austauschschülerin bei mir an der Schule war. Zu dem Treffen bringt sie dann auch noch Earl mit, ihren besten Freund. Keine Panik, mehr Namen werden es erstmal nicht.
Neben Chinatown machen wir auch noch den Suan Lum Night Bazar unsicher. Den Namen muss man sich auch nicht merken, weil er zur Jahreswende abgeschafft wurde. Schade eigentlich, da er bei unserem letzten Aufenthalt in Bangkok voller interessanter Dinge gesteckt hat. Als wir ankommen sind nur noch wenige Läden offen und man kann quasi nur noch beim Sterben zusehen.
Dafür gibt es noch einen riesigen Markt bei Chatuchak. Wir haben allerdings den Fehler gemacht bei strahlenden Sonnenschein da aufzutauchen, was ein Hechten von Schatten zu Schatten zur Folge hatte. Und dann darf man sich Sachen anhören wie “hier ist gerade Winter”.
Mal ganz ab von Märkten landen wir ein paar Tage später mitten in den Feierlichkeiten zum Geburtstag des Königs. Es gibt Feuerwerk, Menschenaufläufe und Kinderchöre, für die tatsächlich der komplette Verkehr angehalten wird, nur damit sie ein Liedchen von 10 Minuten Dauer singen können. Schließlich kommen wir doch bei Faiz und deren Freunden an und gehen in einen Irish Pub um den Tag gebührend zu feiern.
Der nächste Tag ist leider weniger angenehm. Meine Mum wacht mit einem Kratzen im Hals auf, dass sich den ganzen Tag hält. Am nächsten Morgen ist es sogar noch schlimmer. Wir rufen den Arzt. Der verschreibt so viele Pillen, das Mum nach der Einnahme ganz zittrig wird. Dass die Rechnung umgerechnet um die 130€ beträgt macht die Sache auch nicht besser. Damit fallen weitere Aktivitäten in Bangkok aus. Als wir den Zug gen Süden nehmen geht’s ihr dafür zumindest halbwegs.

Wir fahren zweiter Klasse (Anmerkung Heike: “Ich will gar nicht wissen, wie die 3. Klasse aussieht), anschließend geht es mit der Fähre weiter. Gefrühstückt wird auf Koh Tao und auf Koh Pangan landen wir nach 18 Stunden Reise endlich in einem Hotel. Hier auf Koh Pangan ist die mittlerweile sehr bekannte Full-Moon-Party, die so erfolgreich ist, dass es auch Half-Moon-Partys, Quarter-Moon-Partys, Poolpartys, mehrere Reinfeierpartys und diverse andere Partys gibt, deren Anlass ich gar nicht wissen will.
Das Epizentrum stellt dabei die Bucht Hat Rin dar. Unser Hotel liegt davon ca. 500 Meter entfernt, allerdings auf der gegenüberliegenden Seite an einer anderen Bucht. Aber auch hier wird Bier zum Frühstück getrunken und wirklich alles und jeder (wir hatten Glück) mit Neonfarbe angemalt. Positiv ist das Restaurant: günstig und mit viel Auswahl.
Lange bleiben wollen wir nicht, weil der Strand klein und dreckig und die Gäste auf Dauer extrem nervig sind. Eigentlich wollten wir uns ja sowieso nach Kaoh Lak, Krabi oder Kho Pipi absetzen. Als wir die Orte im Internet nachschauen stellen wir allerdings fest, dass über die Feiertage kein Zimmer unter 100€ zu bekommen ist. Nur auf Koh Samui, wo wir eigentlich gar nicht hinwollten werden wir fündig. Also auf nach Koh Samui.

Koh Samui ist schnell zusammengefasst. Angekommen, alles super, Hotel leer, netter Strand, plötzlicher Einfall der Russen, Hotel voll, huch schon Weihnachten?, Sylvester mit Rotwein am Strand, Mum ist wieder erkältet.
Außerdem natürlich: Kätzchen!

Und tja dann geht es auch schon wieder nach Bangkok, wo wir mitten in der Nacht ankommen mit zweistündiger Verspätung. Unsere geplante Unterkunft hat schon zu und wir keinen Plan wo wir hinsollen. Zum Glück kann uns aber der Nachbar helfen der uns ein eine Straße weiter ein Zimmer besorgt. Für eine Nacht ist es ok,  nur stehen wir beide nicht auf fensterlose Räume.
Am nächsten Tag also der zweite Versuch. Mit Erfolg. Das Ruen Mok Guesthouse gehört Freunden von Faiz, mit deren Sohn sie zusammen Deutsch studiert. Wir werden empfangen wie alte Freunde und bekommen über die Tage diverse thailändische Gerichte und Tee geschenkt. Wir wissen gar nicht, womit wir das verdient haben, geschweige denn wie wir es zurückzahlen sollen. Am Tag vor unserer Abreise werden wir sogar noch in das älteste Lokal von Bangkok eingeladen zum Buffet. Sehr gutes Essen!
Zwei Stunden später wird mir allerdings übel und ich verbinge die meiste Zeit auf der Toilette. Als ich um 2 Uhr nachts, wegen ständigen Erbrechens dehydriert bin, kaum noch laufen kann und friere werde ich ins Krankenhaus verfrachtet. Tony, ein Franzose der geraume Zeit im Guesthouse lebt und für den Besitzer San wie ein Sohn ist, organisiert ein Taxi und wir fahren im Rekordtempo in eine Klinik. Ich werde reingeschoben, wunderbar versorgt und bekomme sogar ein Einzelzimmer. Am Tropf hab ich auch noch nicht gehangen. Ganz neue Erfahrung. Es gibt außerdem Unmengen zu Essen und ab und zu kommt eine Schwester rein, zeigt darauf, sagt: “no eat?” und schüttelt den Kopf. Ich fühl mich wie im falschen Film.
Die Diagnose ist jedenfalls eine Lebensmittelvergiftung. Vermutlich Fisch oder Meeresfrüchte. Beim Buffet war ich anscheinend derjenige der das schlechte Stück abbekommen hat, allen anderen geht es jedenfalls gut. Das ist ja schon mal was.
Am nächsten Tag bekomm ich dann viel Besuch. San und sein Sohn Faim, sowie Faiz und Earl kommen vorbei und wünschen mir eine gute Besserung (Faiz wünscht sich beim Essensaufgebot allerdings auch krank zu sein ). Nach der zweiten Nacht werde ich entlassen, bekomme aber noch eine ganze Wundertüte voller Pillen mit. Jetzt heißt es gesund werden und den Flug nach Sri Lanka neu organisieren. In der Zwischenzeit decken wir uns noch mal mit Brot und Käse ein und machen uns die extra Tage in Bangkok so angenehm wie möglich.

Am 20.01. bekommen wir schließlich einen Flug dank unseres Reisebüros. Knapp, denn unser Visum geht nur bis zum 21. und verlängern wollten wir eigentlich nicht. Knapp ist auch die Geschichte mit unserem letzten Tempelbesuch in Bangkok. Als wir am 20. nämlich aufstehen und zum Frühstück runtergehen, treffen wir auf einen Mann namens Mook. Den haben wir kurz nach unserer Rückkehr von Koh Samui kennengelernt, ist buddhistischer Mönch, dazu noch Rapper und wollte uns unbedingt einen Tempel bei sich zu Hause zeigen. Beim ersten Treffen hatte das nicht geklappt und nun ist er gekommen, die Drohung wahr zu machen.
Gesagt getan, wir fahren los und befinden uns plötzlich in einem Urwald. Mitten in Bangkok. Zumindest laufen einem hier solche Tierchen über den weg.
In diesem Urwald steht auch das Haus in dem Mook mit seinem Vater lebt. Es ist ein interessantes altes Haus, das eher an einen Lagerraum erinnert, weil überall die verschiedensten Dinge rumliegen. Unter anderem diverse Modellboote, die sein Vater baut.
Danach schauen wir uns noch den Tempel an, der zugegeben wenig spektakulär daherkommt, aber aufgrund der Lage angenehm friedlich ist. Als wir vorbeikommen ist tatsächlich außer uns kein Mensch zu sehen.
Danach müssen wir leider zurück ins hektische Leben. Wir fahren noch schnell am Guesthouse vorbei, sammeln unser Gepäck ein, verabschieden uns und fahren gleich weiter zum Flughafen um rechtzeitig da zu sein.
Dann ein neues Problem: wir sind nicht auf den Flug gebucht! Wir wollen einchecken, doch leider ist die Maschine voll und wir gehören nicht zu den Passagieren. Um nach Sri Lanka zu kommen, müssen wir entweder die Business Class für einen späteren Flug buchen, was immens teuer ist oder wir kommen auf eine Warteliste und rücken nach, falls Passagiere absagen. Wir entschließen uns erstmal für die Warteliste und Heike versucht per Telefon das Reisebüro zu Hause zu erreichen. Aus dem Gespräch ergibt sich, dass es anscheinend einen Systemfehler beim Buchen gegeben hat. Schön und gut. Geändert hat das erstmal nichts an unserer Lage. Wir dürfen also warten.
Nach einer Stunde bekommen wir dann endlich gute Nachrichten. Wir haben Plätze für einen Flug um 10 Uhr abends und müssen nicht mal etwas für die Umbuchung bezahlen. Dass der Flug dann letztendlich Verspätung hat und um 11 Uhr fliegt ist uns dann auch egal. Wir können nach Sri Lanka!
Jetzt hält uns nichts mehr auf!