Montag, 28. Februar 2011

Polonnaruwa - Kandy

Nachdem der erste Tag ganz gut geschlaucht hatte, sind wir am zweiten umso glücklicher, dass Polonnaruwa fast gänzlich ohne Stufen auskommt. Das wurde dem Architekten allerdings nicht gedankt. Erst wurde es mehrmals zwischen 1214 und 1284 von indische Invasoren und 1982 auch noch von Duran Duran für den Videodreh zu “Save a Prayer” heimgesucht.



“Polonnaruwa ist eine Stadt in der Nördlichen Zentralprovinz Sri Lankas. Seit 1982 ist der gleichnamige hervorragend gestaltete archäologische Park ein UNESCO-Weltkulturerbe. Überreste von großen Stupas (singhalesisch „Dagoba“) und Tempeln mit zahlreichen Buddhafiguren sowie von Garten-, Park- und Palastanlagen und diversen Gebäuden einer ausgedehnten Stadt machen die Anlage zu einem Hauptanziehungspunkt des Tourismus. Die heute noch bestehende Kleinstadt hat etwa 13.000 Einwohner (Stand 1981) und ist Hauptort des Verwaltungsdistrikts Polonnaruwa.”
Diesen Abschnitt habe ich ohne bewusst täuschen zu wollen, nicht mit den dazugehörigen Quellen zitiert. Falls das nicht bemerkt wurde, habe ich die Zeilen natürlich selbst verfasst. Alles andere wäre ja abstrus.




Also viele eindrucksvolle, alte Gebäude und außerdem:
Vishnus Penis!
Kein Witz. Solche Penisse aus Stein findet man in vielen hinduistischen Tempeln und sind fester Bestandteil einer Fruchtbarkeitszeremonie. Während dieser wird Milch auf den Stein gegossen und nachdem sie runtergeflossen ist von Frauen getrunken, die gerne schwanger werden möchten. Na wenns denn hilft.

Übernachtet wird in Kandy, wo wir am nächsten Tag in den botanischen Garten gehen und den "Temple of the Sacred Tooth Relic" besichtigen. Es handelt sich dabei um einen Tempel, der gebaut wurde um einen Zahn von Buddha zu behüten. Als Buddha zu seiner Zeit eingeäschert wurde, rettete ein Mönch einen Zahn aus dem Feuer. Der wurde über kurz oder lang nach Sri Lanka gebracht, wo er als heiliges Relikt verehrt wird. Sehen kann man den nicht, nur zu ganz besonderen Anlässen. In der Zwischenzeit wird er dann gut verriegelt hinter dieser Tür aufbewahrt.
Wirklich traurig bin ich aber auch nicht. Tausende Jahre ohne Aronal und Elmex. Das will man doch nicht sehen. Ich musste unwillkürlich an Mao denken, der sich Zeit seines Lebens nicht die Zähne geputzt, sondern sie nur mitgrünem Tee gespült hat, was zur Folge hatte, dass sie im hohen Alter grün waren. Wie bin ich jetzt darauf gekommen? Ach ja. Gesehen haben wir ihn jedenfalls nicht. Dafür gab es diesen (leider etwas unscharfen) Skorpion im botanischen Garten. Ist doch auch was.
Für die Leute, die sich jetzt fragen “das wars schon?” Keine Panik. Der botanische Garten ist das persönliche Steckenpferd von meiner Mutter, weswegen wir beschlossen haben später ein zweites Mal hinzugehen und dann alle Fotos zu schießen. Wir lassen es erstmal gut sein und besichtigen am nächsten Tag eine Teefabrik (was nicht unheimlich spannend war), einen Spice Garden (was unverschämt teuer war) und fahren von da aus nach Nuwara Eliah. Das ist der Lieblingsrückzugsplatz der Briten gewesen, wenn im Sommer die Temperaturen an der Küste unerträglich wurden. Da es hoch in den Bergen liegt ist es merklich kühler. Eigentlich ist nach Nuwara Eliah der Adam’s Peak geplant, ein hoher Berg und eine Pilgerstätte für Gläubige mehrerer Religionen. Für Touristen ist er deswegen attraktiv, weil man von ihm aus einen spektakulären Sonnenaufgang beobachten kann. Man macht sich in der Nacht auf den Weg und kommt frühmorgens auf dem Gipfel an. Unglücklicherweise macht uns meine geprellte Rippe einen Strich durch die Rechnung. Sie tut ziemlich weh, weswegen ich auch kaum schlafen konnte. Adam’s Peak wird daher abgeblasen und wir machen uns wieder auf gen Kandy, wo wir die nächsten Tage verbringen und natürlich auch noch mal den botanischen Garten mitnehmen.
Am Tag vorher besuchen wir noch das Kloster von Kandy, fernab vom Touristentrubel. Man bezahlt keinen Eintritt und wird nicht von Händlern bedrängt, wie es bei jeder anderen Attraktion der Fall ist. Man geht durch und kann sich alles anschauen. Zu unserem Glück wurden wir kurz nachdem wir angekommen sind von einem älteren Herrn angesprochen, der uns freundlich erklärt, er könne uns rumführen und uns alles erklären. Unheimlich angenehm und ruhig.

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