Von Brisbane aus machen wir uns auf nach Neuseeland. Wir fliegen mit New Zealand Air und kommen spät abends in Christchurch an, wo wir von Sophie und William abgeholt werden. Letzterer ist ein guter Freund von Sophie, in dessen durchgeknallter WG (inklusive WoW-Abhängigem) wir die ersten Nächte verbringen können. Er selbst ist Ingenieur, Graphikdesigner (das Studium dazu hat er allerdings abgebrochen), Climber und Musiker. Und ein Auto hat er auch, was uns mehr als gelegen kommt.
Nicht schlecht jedenfalls ,wenn man einen Chauffeur hat, der einem dann auch noch gleich die Erdbebenschäden in der Stadt zeigt. Als am Tag vor unserer Reise die Nachricht kam, dass es in Christchurch ein Erdbeben gegeben hatte, waren wir in erster Linie froh, dass wir uns entschlossen hatten zuerst nach Australien zu fliegen. Zu dem Zeitpunkt bei dem wir schließlich durch Christchurch fahren gibt es tatsächlich nur noch ein paar Ruinen, wie diese hier.
Der Rest wurde bereits weggeschafft oder ist hinter Absperrungen verborgen. Echt eine Schande, dass es gerade Christchurch mit dem Erdbeben getroffen hat, da es hier viele alte Bauten gibt, von denen manche abgerissen werden müssen weil sie instabil geworden sind. Und trotz so mancher Baustelle ist Christchurch wirklich schön. Überschaubar, nette Architektur und vor allem sehr grün.
Als William und Sophie uns nach der ersten Nacht die Stadt zeigen sind wir gleich gut gelaunt. Da kann uns auch das deutlich frischere Wetter mal gern haben (oder das Mini-Nachbeben was es am Morgen gab, wobei ich im Halbschlaf nur gedacht hatte, das wer aus dem Bett gefallen sei). Wir gehen Kaffee trinken und planen unsere Reise, wobei schon auffällt, dass 2 Wochen pro Insel doch recht knapp bemessen ist.
Erstes festes Ziel ist Takaka, welches im Norden an der Golden Bay liegt. Sophie hat dort Verwandte und fliegt noch am gleichen Tag dorthin um sie zu besuchen. Wir bleiben noch ein paar Tage in Christchurch und bekommen dank William auch einiges zu sehen. Eine Open-Mic-Night, ein Ausflug ins Umland und dann noch in die Art-Gallery für eine Ausstellung von Ron Mueck.
Für alle die mit dem Namen nichts anfangen können hab ich ein paar Bilder parat.
Sollte jemand die Möglichkeit haben in eine Austellung von ihm zu gehen sollte er sie unbedingt nutzen. Die Fotos zeigen bei weitem nicht den Realismus der Skulpturen.
Von Christchurch aus machen wir uns auf gen Nordwesten. Gut ausgerüstet mit Mietwagen und Navi stellen wir uns mal wieder dem Linksverkehr. Da Takaka recht weit ist, zumindest für langsame Kollegen wie wir welche sind, haben wir eine Adresse mitbekommen.
Maruia Springs liegt mitten in den Bergen und ist ein japanisches Badehaus mit heißen Quellen.
Weitab vom Touristentrubel kann man sich in 40 bis 42 Grad heißem Wasser treiben lassen und plötzlich steht die Welt still.
Ein Besuch lohnt sich alleine schon wegen des Frühstücks. Experimentierfreudig wie wir sind, haben wir uns natürlich für die japanische Variante entschieden. Tee und Okonomiyaki. Auf der Karte als “japanische Pfannkuchen” gelistet unterscheidet es sich allerdings in drei Punkten von herkömmlichen Pancakes. 1. die Soße erinnert mehr an BBQ, 2. als Topping gibt es Fisch und 3. dieser bewegt sich. Und das ist keinesfalls übertrieben.
Der gefrorene Lachs wird hauchdünn geschnitten und oben auf den Okonomiyaki drapiert. Das Ergebnis ist ein braunes Wirrwarr das zu atmen scheint. Es entfaltet sich nicht einfach nur, sondern bewegt sich tatsächlich erst in die eine Richtung und dann in die andere. Erstaunter hab ich noch kein Frühstück betrachtet.
Jedenfalls geht’s sauberer als je zuvor weiter und am Nachmittag erreichen wir guter Dinge Takaka, dass sich als putzige kleine Hippiekommune entpuppt. Hier treffen wir Sophie wieder, die uns mit auf die Farm ihrer Mutter nimmt. Eine sehr angenehme Frau von etwa Mums Größe, deren Dialekt wir kaum verstehen, die wir aber wegen ihrer witzigen Lache sofort ins Herz schließen.
Ungefähr zu diesem Zeitpunkt setzt der Regen ein, der uns für die nächste Zeit fast ununterbrochen begleitet. Auch als wir am nächsten Tag zu den Waikoropupu Springs aufbrechen - einer riesigen Wasserquelle, die für ihr klares Wasser berühmt ist - tut uns das Wetter keinen gefallen. Die wenigen Aufnahmen die ich in den Regenpausen gemacht habe zeigen nur einen Bruchteil dieses heiligen Ortes.
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