Freitag, 26. November 2010

Wanaka - Invercargill

Wanaka ist ideal um verbrauchte Energiereserven wieder aufzufrischen und so bleiben wir spontan 4
Tage. Warum auch nicht? Super Wetter, schöne Umgebung und als man ein wenig aufgetaut ist, auch mit guter Stimmung im Backpacker. Außer uns und den Japanerinnen wird hier noch eine taiwanesische Reisegruppe beherbergt. Gleich am nächsten Tag werden werden wir auch schon angesprochen. Kay kommt aus dem Süden Taiwans und hat sich der Gruppe für ein paar Tagen angeschlossen, weil sie von einer Freundin eingeladen wurde. Anders als ihre Mitstreiter ist sie extrovertiert, spricht sehr gutes Englisch und obendrein auch noch Japanisch, was dafür sorgt dass  wir oft nur debil lächelnd dabei sitzen und gelegentlich nicken.
Später checkt allerdings noch eine Deutsche ein und wir können den Spieß umdrehen. Julia kommt aus der Pfalz, reist dementsprechend mit Plastik-Reiseweinglas und ist Lehrerin. Nicht so gut ausgestattet ist sie allerdings, was Musik angeht. Ihr MP3-Player hat vor einiger Zeit den Geist aufgegeben und sie ist auf Entzug. Nach mehreren flüchtigen Blicken zu meinem Gitarrenkoffer werde ich verdonnert am Abend für Entertainment zu sorgen.
Aber erstmal geht’s wieder Essen besorgen. Auf die Idee ist noch jemand anderes gekommen. Und so treffen wir im Gang bei der Pasta die Italienerin aus Franz Josef. Wo auch sonst?
Daniela ist ihr Name und nach kurzer Konversation ist auch sie am Abend mit von der Partie. Es wird also ein entsprechend lustiger Abend und am Ende sind wir alle gute Freunde. Was natürlich den Abschied am Ende unseres Aufenthalts umso härter macht. Viele Umarmungen und noch schnell Gruppenfotos machen.


Nächster Halt ist Queenstown. Wir fahren zusammen mit Yuriko und Sae oder vielmehr fahren wir den beiden hinterher, falls deren Auto in den Streik tritt. “Wir müssen mal sehen, aber wenn die beiden zu langsam werden müssen wir sie halt überholen, damit wir heute noch ankommen”, wirft meine Mum noch in den Raum. Pustekuchen! Gerade als es in die Berge geht treten die beiden derartig aufs Gas, dass ich schon denke, dass sie uns abhängen.
Wir erreichen Queenstown also in Rekordzeit, verabschieden uns und gehen erstmal einen Kaffee trinken. Wir sind uns allerdings recht schnell einig. Queenstown ist unheimlich schön, es gibt viele putzige Häuser und es ist total von Touristen überrannt. Das bestätigt nur, was wir von ziemlich jedem über Queenstown gehört haben. Nach den begeisterten Schilderungen meiner Cousine Claudia, war aber zumindest ein kurzer Aufenthalt Pflicht. Also machen wir noch ein Foto von Jeffrey zum Beweis, dass wir da waren und machen uns wieder auf den Weg.  Wir fahren nicht weiter nach Milford Sound, weil wir leider nicht genug Zeit haben. Bitter, aber können wir leider nicht ändern.
 Die nächste größere Stadt in der Nähe ist Invercargill. Lang gezogen und langweilig. Wir fahren also nur durch und versuchen bis Bluff zu kommen, was uns von Sophie empfohlen wurde. Es wird immer gesagt, Neuseeland reiche vom Cape Reinga bis nach Bluff. Auch wenn Bluff nicht ganz der südlichste Punkt von Neuseeland ist.
Ich verlange hiermit, dass alles was einen ahnungslosen Touristen nach Bluff führen könnte restlos ausradiert wird. Dazu gehören Straßenschilder, teile von Karten und Sprichwörter. Bei Sophie mache ich eine Ausnahme, weil ich sie mag. Der Grund für diese Forderung ist einfach: Bluff macht depressiv. Wir sind bei strahlendem Sonnenschein in Bluff angekommen und wollten gleich wieder weg. Bluff ist nicht groß aber man könnte meinen hier hat sich das Hässliche auf engstem Raum geballt, damit der Rest von Neuseeland derartig schön sein kann.
Der einzige Grund warum man hier landen sollte ist die Fähre die einen nach Stewart Island bringt, eine Insel auf der es noch freilebende Kiwis gibt. Ansonsten rate ich dringend davon ab sich hierher zu verirren.
Wir retten uns also zurück nach Invercargill, aber die Stimmung ist am Boden. Das einzige was wir noch machen ist William zu kontaktieren. Dieser hatte uns nämlich vor unserer Abreise aus Christchurch von seinem Großvater Warwick erzählt, der ziemlich in der Mitte der Insel wohnt und sich immer über Besuch freut. Das bringen wir unter Dach und Fach und haben damit unser nächstes Ziel.

Der nächste Morgen kommt und wir wollen gleich weiter. Nur noch schnell ein Café suchen und weg. Asche auf unser Haupt, aber wir gehen zu McCafé. Alles andere hätte suchen bedeutet und wir sind einfach faul. Das war wiederum die beste Entscheidung dir wir treffen konnten. Denn neben Kaffee und Frühstücksburgern (wer zum Teufel isst so was?) gibt es hier auch einen Gast der anderen Sorte. Mit den Worten “I’m done with it, are you interested?”, reicht mir eine Hand die Zeitung von heute. Ihre Besitzerin ist eine rüstige Dame in den 80ern mit dem Namen Beth. Ich lehne zwar ab, aber schon nach kurzem Unterhalten wir uns über Gott und die Welt. Als meine Mutter vom bezahlen wiederkommt, fangen wir gerade mit dem 2. Weltkrieg an. Wie das halt so ist, wenn man als Deutscher im Ausland unterwegs ist. Sie ist auch nicht Polin, sondern Schottin und da nicht mal besonders stolz drauf. Was sollen wir dann erst sagen?
Unterm Strich kommt Invercargill dann doch besser weg als am Anfang befürchtet. Christchurch hat wundervolle Architektur, Wanaka ist gut um sich zu entspannen und “Invercargill is good to speak with old scottish Ladies” wie meine Mum später Warwick anvertrauen wird.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

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